Hoffnung

Liebe Sucher, liebe Brüder und Schwestern, ich möchte über die Hoffnung sprechen, und zwar vom spirituellen Blickwinkel aus betrachtet. Da wir alle Sucher sind, streben wir seelenvoll danach, dass sich eines Tages unsere göttliche Hoffnung erfüllt. Und was für eine Hoffnung ist das? Es ist die Hoffnung auf Gott-Verwirklichung.

Was ist Hoffnung? Hoffnung bereitet den Menschen auf das Unbekannte vor. Hoffnung ist das Streben des Menschen nach dem Unerkennbaren. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Unbekannte die letztendliche Errungenschaft des Menschen; das Unerkennbare ist das ewige Jetzt Gottes.

Hoffnung ist die innere Anstrengung des Menschen. Ein gewöhnlicher Mensch ist sich dieser inneren Anstrengung nicht bewusst, aber ein Sucher der höchsten Wahrheit ist sich ihrer voll bewusst. Diese innere Anstrengung inspiriert den Sucher, etwas Neues zu sehen, etwas Neues zu fühlen, etwas Neues zu sagen, etwas Neues zu tun und schließlich zu etwas Neuem zu werden.

Wenn ich lächle, sehe ich etwas Neues um mich herum. Wenn ich rufe, fühle ich etwas Neues in meinem Herzen. Wenn ich bete, sage ich etwas Neues zu den höheren Welten. Wenn ich meditiere, tue ich etwas Neues für die inneren und für die äusseren Welten. Wenn ich mich hingebe, werde ich zu etwas Neuem: zu Gottes auserwähltem Instrument.

Im spirituellen Leben ist Hoffnung Neusein. In diesem Neusein liegt unsere Selbst-Transzendenz. Unsere Selbst-Transzendenz ist Gottes Stolz, Sein unvergleichlicher Stolz uns gegenüber. Und der Stolz Gottes lebt in unserer bewussten und ständigen Dankbarkeit.

Hoffnung und Vertrauen sind wie Brüder; sie gehen Hand in Hand. Hoffnung nährt Vertrauen und Vertrauen schätzt Hoffnung. Die Hoffnung träumt von der Gott-Schönheit in der Gott-Wirklichkeit. Vertrauen träumt von der Gott-Wirklichkeit in der Gott-Schönheit. Die Hoffnung zieht das Herz von morgen in den Körper von heute. Vertrauen zieht den Körper von heute in das Herz von morgen. Wenn das Herz von morgen in den Körper von heute eintritt, ist das menschliche Streben von Erfolg gekrönt. Wenn der Körper von heute in das Herz von morgen eintritt, ist die Vision des Himmels von Erfolg gekrönt. Der Erfolg des Menschen ist der Sieg von Gottes Mitleids-Licht. Der Erfolg des Himmels ist der Sieg von Gottes Verwirklichungs-Höhe.

Hoffen heißt mit den Augen des Herzens sehen. Hoffen heißt das Herz zum Kapitän über das Vitale und den Körper machen. Hoffen heißt die Dunkelheit in die Verbannung schicken. Hoffen heißt die Gegenwart der inneren Sonne zu fühlen. Die innere Sonne ist; die äußere Sonne wird. Wenn wir im Bewusstsein der inneren Sonne leben, erlangen wir die höchste Höhe von Gottes Stille-Licht. Wenn wir im Bewusstsein der äusseren Sonne leben, werden wir eins mit dem Klang-Leben von Gottes Manifestation auf Erden.

Im spirituellen Leben ist Hoffnung das Licht der Demut. Im gegenwärtigen Stadium der Evolution bedeutet menschliche Demut erzwungene Demut. Göttliche Demut hingegen ist seelenvolle, spontane Demut. Demut ist Gottes Traum-Boot, das Sein Wirklichkeits-Ufer erreicht. Demut ist die Schönheit Gottes in der Wirklichkeit der Menschheit.

Wenn ein spiritueller Pilger sich aufmacht, die Strasse der Ewigkeit entlangzugehen, ist seine Hoffnung nichts anderes als das Licht der Demut. Letztendlich wird sie zu seinem göttlichen Geburtsrecht werden. Das göttliche Geburtsrecht wird schließlich zum Lächeln der Unendlichkeit, zum Licht der Ewigkeit und zum Leben der Unsterblichkeit werden.

Göttliche Hoffnung ist das Versprechen unserer Seele an den ewig Höchsten, dass wir Ihn hier auf Erden gänzlich verwirklichen, enthüllen und Ihn auf vollkommene Weise manifestieren werden. Zwar hegen wir mitunter übertriebene und ungöttliche Hoffnungen. Wir wollen über Nacht zum Multi-Millionär werden. Wir wollen über die Welt herrschen, wir wollen, dass unser Vitales furchtlos die Oberhand gewinnt. Wir wollen, dass die ganze Welt uns zu Füssen liegt und sie das Licht unseres Verstandes annimmt. Die Welt ist in Dunkelheit gehüllt; nur wir baden im Meer des Lichts: dies ist unsere feste Überzeugung. Wir glauben daher, wir seien dazu befähigt, der gesamten Welt Licht anzuerbieten. Wir glauben, dass wir alles haben und alles sind; unsere Hoffnung richtet sich einzig und alleine darauf, dass die Welt uns zu Füssen liegen möge. Weltliche Hoffnung ist nicht göttliche Hoffnung. Ein unerleuchteter Wunsch bindet. Dieser Wunsch wird schließlich Frustration mit sich bringen, und auf diese wird unverzüglich totale Zerstörung folgen.

Was wir in unserem spirituellen Leben jetzt Hoffnung nennen, nannten wir vor Abertausenden von Jahren das Versprechen der Seele an den Höchsten Absoluten: Ihn zu verwirklichen, Ihn zu enthüllen und Ihn auf Erden zu manifestieren. Zu jener Zeit war unsere göttliche Hoffnung das Versprechen unserer Seele, die Weltbühne zu betreten und als bewusste Spieler an Gottes kosmischen Spiel teilzuhaben. Als wir in das spirituelle Leben eintraten, kam dieses Versprechen langsam, stetig und unfehlbar aus unserem Inneren zum Vorschein. Allmählich wurden in unserem erwachten Bewusstsein die Kraft und das Licht dieses Versprechens deutlich sichtbar. Nunmehr sehen wir die Hoffnung nicht als Versprechen; wir glauben, dass sie eine notwendige Vorbereitung auf unsere Gott-Manifestation auf Erden ist.

In der gewöhnlichen, unstrebsamen Welt heißt Hoffnung oft nichts anderes als Luftschlösser bauen. Aber im spirituellen Leben gehen die innere Hoffnung und der innere Ruf - wir nennen dies Strebsamkeit - immer Hand in Hand. In diesem Fall ist die Hoffnung ein göttlicher Vorbote. Hoffnung ist wie ein Traum, der der Wirklichkeit immer etwas hinterherhinkt. Gott winkt dem strebenden Sucher stets mit Seiner Hand zu, um ihn zu führen und ihm den Weg zu seinem vorbestimmten Ziel zu weisen. Gott segelt Sein Traum-Boot zum Goldenen Ufer des ewig sich transzendierenden Jenseits.

Die Hoffnung eines Menschenkindes ist es, den höchstmöglichen Bildungsabschluss zu erlangen. Die Hoffnung oder die aufsteigende Strebsamkeit eines göttlichen Kindes ist es, empfänglich zu sein und Frieden, Licht und Wonne in unendlichem Masse zu erlangen. Die Hoffnung eines Suchers ist sein Strebsamkeits-Licht und die Hoffnung des Inneren Piloten ist Vollkommenheits-Wonne. Jeder einzelne Sucher ist ein bewusstes und ständiges Versprechen an seinen Inneren Piloten. In seinem Strebsamkeits-Licht tritt der Sucher in den kosmischen Traum des Supreme ein, um seine einzigartige Rolle in Gottes Drama zu spielen und Gott auf Gottes eigene Weise zu manifestieren. Durch Seine Vollkommenheits-Seligkeit tritt Gott in das Strebsamkeits-Licht des Suchers ein, um ihm zu geben, was Er ewig ist und was Er ewig hat. Was Er hat, ist das Goldene Boot, das das unsägliche Leid der Menschheit trägt; was Er ist, ist das Goldene Ufer der Unendlichkeit, der Ewigkeit und der Unsterblichkeit. Er Selbst ist wiederum der Pilot, als auch das Boot, das das unsägliche Leid, die wuchernde Unwissenheit sowie die Unvollkommenheiten, Begrenzungen, Verhaftungen und den Tod der Menschheit zum Golden Ufer des sich ewig transzendierenden Jenseits trägt.