Göttliche Pflicht und höchste Belohnung

Gott denkt an Seine Pflicht. Gott meditiert auf Seine Pflicht. Der Mensch liebt seine Belohnung. Der Mensch schreit nach seiner Belohnung.

Bedingungslos ausgeführte Pflicht macht Gott glücklich, und Er tut dies jeden Augenblick.

Mühelos und ständig Belohnung zu gewinnen, macht den Menschen glücklich, und das erwartet er, dafür lebt er ständig.

In unserer menschlichen Pflicht denken wir an den Menschen im Menschen. In unserer menschlichen Pflicht sehen wir den Menschen im Menschen. Das heißt, wir lieben die Knechtschaft in der Unwissenheit.

Unsere göttliche Pflicht ist es, auf Gott im Menschen zu meditieren. Unsere göttliche Pflicht ist es, Gott im Menschen zu sehen. Das heißt, wir lieben die Göttlichkeit in der Unsterblichkeit.

Menschliche Pflicht beginnt mit Zwang und endet sehr oft in Frustration und Ablehnung. Göttliche Pflicht beginnt mit innerer Notwendigkeit und endet mit einer Flut von Ekstase.

Menschliche Belohnung ist die flüchtige Freude, die wir von einem unbedeutenden Menschen erhalten. Menschliche Belohnung ist die sterbende Liebe eines schwachen menschlichen Wesens.

Göttliche Belohnung ist die ständige Freude, die immerwährende Freude, die von Gott her fließt. Göttliche Belohnung ist die ständige Liebe, die allerfüllende Liebe von Gott.

In unserem unstrebsamen Leben verrichten wir unsere Pflichten, und es dünkt uns, Pflicht sei ein anderer Name für Arbeit. Wir haben zudem das Gefühl, diese Pflicht laste auf uns, während Belohnung ein höchst willkommenes Vergnügen darstelle. In unserem strebsamen Leben ist Pflicht freiwillig. Sie ist nie obligatorisch. Und Belohnung ist die energiespendende Freude des selbstlosen Dienstes. In unserem Leben der Verwirklichung ist Pflicht unser göttlicher Stolz, und Belohnung ist unser herrliche, uns selbst transzendierende Höhe.

In unserem unstrebsamen Leben, ja selbst in unserem strebsamen Leben sehen wir, dass Pflicht der Belohnung vorangeht. Zuerst die Pflicht, dann die Belohnung. Im Leben der Verwirklichung ist es umgekehrt: Erst die Belohnung, dann die Pflicht. Wie ist das möglich? Wenn Gott seine alles transzendierende Höhe, Seine höchste Erleuchtung einem Menschen anbietet, dann bedeutet das, dass Gott ihm bereits die volle Verwirklichung geschenkt hat. Gott hat ihn als Sein auserwähltes Instrument angenommen. Allein die Tatsache, dass Gott ihn als Sein auserwähltes Instrument angenommen hat, zeigt, dass er bereits seine höchste Belohnung von Gott erhalten hat. Später teilt ihm Gott seine Pflicht mit: Die Menschheit zu lieben, der Menschheit zu helfen, der Göttlichkeit in der Menschheit zu dienen, Gott, das ewige Mitleid, zu enthüllen und Gott, die ewige Anteilnahme, auf der Erde hier und jetzt zu manifestieren.

Pflicht und Belohnung gehen vom spirituellen Standpunkt aus Hand in Hand. Sie stellen die Vorderseite und die Rückseite derselben spirituellen Münze dar. Pflicht ist der Mensch als Strebsamkeit, und Belohnung ist Gott als Verwirklichung und Gott als Befreiung. In der Belohnung liegt zugleich die ewige, sich selbst transzendierende Reise: und in der Pflicht ist Gottes ewig verwandelnde, ewig manifestierende, ewig erfüllende Wirklichkeit hier auf der Erde, dort im Himmel.