Dichter und Lyrik (4)

Es war Horace, der uns die folgende erleuchtende Definition von Dichtern gab:
“Dichter, die ersten Lehrer der Menschheit.“
Darf ich hinzufügen:
Dichter, die ersten Gottes-Schönheits-Liebenden
der Gottes-Natur-Schöpfung.

Lyrik ist nicht da, um verstanden zu werden.
Lyrik ist nicht einmal da, um gefühlt zu werden.
Lyrik ist da, um die eigene universale Wirklichkeit zu entdecken.
Lyrik ist da, um die eigene transzendentale Göttlichkeit zu enthüllen.


Ich fühle mich zutiefst geehrt, in diesem altehrwürdigen Saal zu Ihnen zu sprechen, der Theodore Roethke, dem geschätzten amerikanischen Dichter, der ein geliebter Professor und berufener Lyriker an dieser Universität war, gewidmet ist. Meiner bescheidenen Meinung nach war Theodore Roethke wahrhaftig ein Gottes-Schönheits-Liebender in Gott der Schöpfung. Ich möchte meinen Vortrag heute gerne beenden, indem ich die Gegenwart seiner strahlenden Erleuchtungs-Seele anrufe: „Das Licht wird heller“, das die gleichzeitige Ankunft des Frühlings in der Natur und im Geist feiert:

„… bald wird ein Zweig, Rolle in versteckter Szene,
der belaubte Geist, lange Zeit fest eingerollt,
seinen verborgnen Reichtum grünen lassen,
und junge Triebe füllen unsre innere Welt.“


Mein hochgeschätzter Vorsitzender Shawn Wong, mein liebevoll verehrter Professor Charles Johnson, Ihre Universität ist einmalig für ihren Leitspruch: „Lux Sit“, „Es werde Licht.“ Ihre Liebe zum Licht, sowohl dem Licht der Seele als auch dem Licht des Verstandes, ist in höchstem Maße beispiellos. Sie zeichnen mich heute auf freundliche, mitfühlende und segensreiche Weise mit dem Light of Asia Award aus. In Stille-Verschwiegenheits-Ekstase säe ich die Samen der Dankbarkeits-Tränen und des Dankbarkeits-Lächelns meines Herzens in Ihren Schönheits-Einzigartigkeits-Herzens-Gärten.



University of Washington, Seattle
2. April 1998
nach der Überreichung des
Light of Asia Award durch die University of Washington


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